Montag, 2. Januar 2012

Rezension: Delirium [amor deliria nervosa]

Produktinformationen:
Cover Copyright © Carlsen
Titel: Delirium
Originaltitel: Delirium
Autor: Lauren Oliver
Teil einer Reihe? Ja, der 1.
Verlag: Carlsen
Seitenanzahl: 418 Seiten
Preis: 18,90 €
Zu kaufen bei: Amazon, buch.de

Inhalt:


Lena kann es kaum erwarten: Nur noch drei Monate und sie ist geheilt! Endlich kann sie glücklich sein, geheilt von der Krankheit Amor Deliria Nervosa, früher Liebe genannt. Und endlich kann sie alles vergessen und muss sich nicht mehr mit ihren Gefühlen außer einander setzen. Doch plötzlich trifft sie Alex und ihre Welt verändert sich grundlegend: Plötzlich zählt sie die Tage anders und kann sich nicht vorstellen, dass Liebe etwas so schlechtes sein soll, hört auf an das System zu glauben und sieht dessen Fehler. Wird sie sich auf Alex einlassen, obwohl ihr von Geburt an eingebläut wurde, dass so etwas einfach nicht sein darf?



Zitate:



Ich bin niemand besonderes. Ich bin einfach nur ein Mädchen. Ich bin eins siebenundfünzig groß und in jeder Hinsicht Mittelmaß. Aber ich habe ein Geheimnis. Sie können Mauern bis zum Himmel bauen und ich werde doch einen Weg finden, darüber hinweg zufliegen. Sie können mich mit hunderttausend Armen festhalten und ich werde doch einen Weg finden, mich zu wehren. Und es gibt viele von uns da draußen, mehr als ihr denkt. Menschen, die sich weigern, den Glauben aufzugeben. Menschen, die sich weigern, auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Menschen, die in einer Welt ohne Mauern leben und lieben. Menschen, die gegen Gleichgültigkeit und Zurückweisung anlieben, aller Vernunft zum Trotz und ohne Angst. - Seite 409/Klappentext


Der Gedanke, dass ich immer noch die Krankheit im Blut habe, gefällt mir nicht. Manchmal kann ich sie regelrecht spüren, wie sie sich in meinen Adern windet wie etwas Verdorbenes. - Seite 7


Manchmal glaube ich, ich habe zwei Ichs, von denen eins direkt über dem anderen dahingleitet: mein Ich an der Oberfläche, das nickt, wenn es nicken soll, und sagt, was es sagen soll, und ein anderer, tiefer liegender Teil, der Teil, der sich Sorgen macht und träumt und "grau"* sagt. Meistens bewegen sie sich synchron und ich bemerke den Spalt zwischen ihnen kaum, aber manchmal fühlt es sich an, als wäre ich zwei völlig verschiedene Menschen und könnte jeden Augenblick auseinander brechen. - Seite 51 *: Das mit dem grau versteht man nur, wenn man das Buch gelesen hat.


Das Leben ist seltsam. Es schleppt sich weiter dahin, blind und unbewusst, selbst wenn deine kleine private Welt sich dreht und verändert oder ganz auseinander bricht. Heute hast du noch einen Platz und einen Weg; morgen hast du dich im Dickicht verirrt.
Und trotzdem geht die Sonne auf und Wolken ballen sich zusammen und treiben vorüber. Da wird dir bewusst, dass das meiste davon - vom Leben, der unaufhörlichen Existenz, nichts mit dir zu tun hat. Es schließt dich überhaupt nicht mit ein. Es wird weiterdrängen, selbst wenn du über die Kante gesprungen bist. Selbst wenn du tot bist. - Seite 285

Meinung:


Endlich! Sobald ich von Delirium erfahren habe, wollte ich es haben. Lauren Oliver steht schon länger auf der Liste mit Autoren, von denen ich etwas lesen will und da ich der absolute Dystopien Fan bin, bietete sich dieses Buch an. Und jetzt kann ich auch von mir behaupten, dass ich infiziert bin! Ja, ich habe amor deliria nervosa und kann das erscheinen des zweiten Bandes kaum abwarten!
  
Aufmachung:


Ich muss gestehen, dass ich das Cover nicht so schön fand. Der Schriftzug hat mir sehr gut gefallen, aber das Mädchen fand ich irgendwie nicht so schön. Da hat mir das schlichte englische Cover im Taschenbuch Format viel besser gefallen, da es einfach Lena ist. Genauso habe ich mir Lena vorgestellt. Nach dem lesen muss ich allerdings sagen, dass das deutsche Cover perfekt passt! Sicher, dass dort überall das Wort Liebe hingekritzelt ist fand ich schon vor dem lesen nett anzusehen und hat das Cover noch ein wenig gerettet, aber jetzt ergibt es Sinn. Es passt perfekt zum Buch und hat echte Bedeutung. Ich finde es viel schöner als vor dem lesen und nun ist es das Buch, dessen Cover mit am besten zum Buch passt!
Zudem wurde zu Anfang jedes Kapitels ein Auszug aus Büchern, Gedichten etc. der Regierung eingebunden. Ein wirklich schönes Detail, was einem die Auswirkungen der "Krankheit" noch einmal vor Augen führt und einen immer wieder erschaudern lässt.


Idee & Umsetzung:


Die Idee ist noch nie dagewesen und völlig neu. Und mich persönlich hat es begeistert! Das ausgefallene Szenario Lauren Olivers hat mich in den Bann gezogen, denn obwohl es Züge vom allbekannten Dystopie Szenario besitzt (die Regierung besitzt die alleinige Macht, die Bürger ahnungslos etc.), war es wieder total eigen. Die Menschen verhalten sich völlig anders, das ganze System ist anders. Es war erschreckend und ich konnte es mir doch irgendwie vorstellen. Insgesamt war diese Dystopie endlich mal etwas neues, stimmig und einfach gut!
Trotzdem war mir die Liebe zwischen Alex und Lena ein wenig zu heftig. Durch die Krankheit wurde es verständlicher, aber die existiert, so wie ich das verstanden habe, ja nicht wirklich. Von daher war Lena einfach besessen von Alex, nicht nur verliebt. Da er allerdings der einzige und vor allem erste Junge war, mit dem sie je Kontakt hatte, konnte ich es wieder etwas nachvollziehen. Trotzdem wurde ich von Lenas Besessenheit teilweise abgeschreckt und fühlte mich ein wenig überrumpelt.


Schreibstil:


Lauren Oliver schreibt wunderschön. Sie hat es auf einzigartige Weise geschafft, Orte und Momente zu verfassen, die man gerne selber sehen bzw. erleben würde. Kurz um: Ich war ganz verliebt in ihre Darstellungen! Und ganz nebenbei hat es Lauren Oliver noch geschafft, einen locker leicht durch das Buch zu führen, obwohl es nicht immer spannend war. Es war auf keinen Fall langatmig, aber eben auch nicht bis zur Sehne spannend. Trotzdem konnte ich, als ich richtig im Buch drinnen war, nicht mehr aufhören zu lesen und habe das Buch in einer Nacht durch gelesen. Öfter mal gab es die Frage: Schlafen oder lesen?, wobei ich mich immer für lesen entschieden habe. Völlig flüssig und am Band wurde man von Ereignis zu Ereignis geführt und wurde dabei nie überrumpelt. Lauren Oliver weiß definitiv wie man mit Worten umgeht!
Mit der Übersetzung war ich sowie ich das einschätzen kann, zufrieden. Das Buch habe ich in Englisch angelesen, und die Vergleiche die ich dadurch ziehen konnte waren gut.


Charaktere:


Mit Lena, der Protagonistin, war es für mich Anfangs ein wenig schwer. Ihre Gedanken waren so sehr von System eingenommen, und wovon ich Anfangs fasziniert war wurde mir dann zu sehr runtergebetet. Sobald Lena einen halbwegs interessanten Gedanken hatte, hat sie ihn verdrängt. Trotzdem war Lena mir auf ihre Art sympathisch, und zwar dadurch, dass sie so viele Schwächen hat. Sie hat oft Angst, sie ist niemand besonderes und sie versucht ihren Weg zu finden. Und das mochte ich schließlich an ihr. Das hat mich dazu gebracht, mit ihr mitzufühlen und sie so real werden lassen. Zum Teil hatte sie wirklich interessante Gedankengänge (ich spiele hier auf ihre "2 Ichs" an, siehe Zitate), was das ganze nur noch abgerundet hat.
Alex hingegen ist so ein typischer Traumtyp. Ich hab mich gefragt, woher er seine gute Laune nimmt, die echt immer da war. Aber er war einfach zum niederknien süß, sein Verhalten hat mich immer wieder aufseufzen lassen, schlicht: Ich konnte verstehen, warum Lena ihn so gerne mag!
Hana, Lenas beste Freundin, mochte ich ebenfalls sehr gerne. Obwohl es leider alles ziemlich auf der Oberfläche blieb, war sie mir echt sympathisch. Lenas Familie hingegen fand ich grauenvoll! Schließlich hatten sie alle ihren Eingriff hinter sich und waren so schrecklich gleichgültig, erst ihr Verhalten hat mir gezeigt, wie der Eingriff bei den Menschen wirkt.


Ende:




Ich bin gefoltert! Ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht. Lange habe ich nicht mehr ein so spannendes Ende gelesen, man fragt sich, was die Protagonistin jetzt tun wird, sie ist einer völlig neuen Lage und ihre Welt steht auf dem Kopf. Man macht sich um andere Personen Sorgen und bangt, dass es ihnen gut geht. Ich kann den 2. Teil wirklich kaum abwarten!

Fazit:


Mit Delirium wurde eine wunderbare neue Welt geschaffen, deren Charaktere sofort ins Herz treffen. Man hat mitgefühlt und die von Lauren Olivers wunderbar gestaltete Welt und ihre Geschichte hat einen mitgerissen. Trotz einiger Mäkel habe ich nach beenden dieses Buches diese Begeisterung gespürt, wie sie nur bei manchen Büchern da ist. Ich gebe Delirium 5 fliegende Bücher.

Über den Autor:
Foto Copyright © Privat

Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Dort bestand ihr Beitrag hauptsächlich darin, die Kleiderordnung zu missachten und immer wieder den Drucker kaputt zu machen. Lauren Oliver lebt in Brooklyn. Nach Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie erscheint nun ihr zweiter Roman bei Carlsen.
Quelle: Seitenangabe zu Delirium

Kommentare:

  1. Hach dieses Buch möchte ich auch noch lesen und mich infizieren :).

    Sind 5 fliegende Bücher bei dir die Höchstbewertung?

    Interessante Auszüge aus dem Buch! Und das Ende muss ja wirklich grausam sein, das habe ich schon vielen gehört :)

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  2. Wow! Deine Rezension ist wirklich toll, sehr ausführlich! Von dir könnten sich manche echt was abschneiden, die nur mal eben 1-2 Sätze zur Meinung schreiben und das plus den Klappentext ist dann für die eine Rezension... Aber deine ist richtig gut! Es steht schon sooo lange auf meiner Wunschliste... :)

    LG Lydia :)

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  3. Super Rezi! :)
    Hab das Buch noch auf dem SuB und werde es bald lesen *freu* :D

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  4. Ist nur die Wahrheit! :) Danke. ^^
    Ja, ich fand's klasse! :)

    LG Lydia ^^

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  5. toller blog!!! bin sofort leserin geworden ;) würde mich über einen gegenbesuch freuen ;** http://funneswelt.blogspot.com/

    LG funne ;)

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  6. Hi Elle,
    das Buch steht auf meiner Januar-Leseliste und nach Deiner schönen Rezi bin ich noch gespannter auf das Buch.
    LG ISabel

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  7. Das Leben ist in zweis Hälften geteilt: die eine Hälfte findet statt, bevor du ,,delirium`` gelesen hast. Die andere nachdem. Ich bevorzuge eindeutig die zeite!! :p

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  8. Hey
    schöne Rezi, aber ich weiß nicht ob ich es lesen sollte... 5 Bücher?? Aber mir gefiel Panem auch nicht soo...

    Was denkst du?
    Würde mich über einen Gegenbesuch freuen

    LG
    Weisselilie

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